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1965
| 1965 Ducati übernimmt den Import von Triumph-PKW und den Alleinvertrieb für DENTA Bootsmotoren. Die Herstellung von Industriemotoren ein sehr gewinnbringender Bereich, der Ducati später über die größten Finanzprobleme hinweg helfen wird überflügelt bald die Motorradproduktion. Fabio Taglioni wollte in diesem Jahr verschiedene Motorkonstruktionen (Desmo 3-Zylinder/Desmo V4...) in Entwicklung bringen, doch die IRI genehmigte nur die Entwicklung eines Parallel-Twins mit der Begründung, daß die anderen Konstruktionen zu teuer, unüblich und zu riskant seien. Das Ergebnis dieser Entwicklungsarbeit ein 500er Parallel-Twin wird in Daytona vorgestellt, wird jedoch in dieser Ausführung niemals in Produktion gehen. 1969 Ducati wird "verstaatlicht". Man beginnt in diesem Jahr mit der Produktion der Ducati Mark 3 D, der ersten Desmo-Serienmaschine der Welt. SPORT Die ersten Rallye-Erfolge werden von Dave Douglas und John McClark errungen. Sie gewinnen die Baja 1000 in Mexico mit einer 350er Scrambler. Alistair Rogers gewinnt erstmals bei der TT auf der Isle of Man mit einer Ducati Desmo 250. |
![]() Oben: Ducati konnte bis heute am Mopedmarkt nicht mehr Fuß fassen (1967) Das Moped "Piuma" und der Roller "Brio" blieben ebenfalls erfolglos Unten: Paul Smart mit einer 250er Ducati des englischen Importeurs Vic Camp (1968) |
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1970 Fabio Taglioni beginnt mit der Entwicklung eines 90° V2-Motors, abgeleitet vom Apollo-Triebwerk. Der Vorteil des 90°-Zylinderwinkels sind die geringen Vibrationen durch die Ausschaltung der Massenkräfte, die gute Kühlung des hinteren Zylinders und gute aerodynamische Werte durch seine geringe Stirnfläche. Ein zu dieser Zeit ungewöhnlich aussehendes Fahrzeug mit längs im Fahrwerk eingebautem V2-Motor wird im Herbst des Öfteren in der Nähe von Bologna gesehen. Alle Versuche näher heranzukommen scheitern, denn sobald man auf gleicher Höhe ist, schaltet der Fahrer zurück und selbst die lleistungsstarke Honda CB 750 hat nur mehr das Nachsehen. Im Herbst wird das Geheimnis gelüftet. Die Ducati 750 GT ein Sportmotorrad mit dem neuen 90° V2-Motor wird auf der Mailänder Messe vorgestellt.
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![]() &Mac226;Oben: Schnittmodell des 90° V2-Königswellen-Motors Unten: Ducati 750 GT |
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1971 Nach 10 Jahren wird erstmals wieder ein offizielles Ducati-Werksteam antreten. Doch nicht wie allgemein erwartet in der 750er Klasse, sondern in der 500 ccm Grand Prix Königsklasse wird man sich mit Fahrer Bruno Spaggiari den MV Agustas stellen allen voran Giacomo Agostini. Fabio Taglioni sieht hier ideale Testbedingungen für die Entwicklung von Serienmotorrädern. Zwei verschiedene Motorräder stehen Spaggiari zur Verfügung: Eine Zweiventil-Desmo Werksmaschine mit einem Standard-Rahmen und eine Vierventil-Desmo mit einem Fahrgestell des englischen Rahmenbauers Colin Seely, die zwar eine höhere Spitzenleistung, aber ein sehr schmales nutzbares Drehzahlband hat. Das Seely-Chassis ist dem Standard-Chassis durch sein geringes Gewicht auf Handling-Strecken überlegen. Beim Saisonauftakt, dem Grand Prix in Imola, gelingt Spaggiari mit einem zweiten Platz hinter Agostinis Werks-MV Agusta, vor einer Horde Kawasakis, Yamahas, Lintos und Patons, ein sehr guter Saisonstart. Die Daytona-Formel eine neue Rennklasse, in der mit modifizierten Rennmaschinen bis 750 ccm gefahren wird gewinnt stark an Popularität und man entschließt sich, in dieser Klasse eine 750 ccm V2-Rennmaschine einzusetzen. Mike Hailwood oder "Mike the Bike" wie ihn seine Fans nannten, 9-facher Motorradweltmeister und Formel 2-Automobil-Europameister pendelt seit dem Rückzug von Honda 1967 zwischen Motorrad und Auto hin und her. Ducati engagiert ihn für Testfahrten mit der Grand Prix-Maschine und der 750er V2-Rennmaschine. Zum nächsten Renneinsatz von Mike Hailwood mit einer Ducati wird es erst sieben Jahre später kommen.
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![]() 1971, Phil Read beim Straßenrennen von San Remo auf der 500ccm V-Twin |
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1972 Die Modellreihe der V2-Ducatis wird durch die 750 Sport erweitert. In der Rennabteilung arbeitet Taglioni an einem 350er-Projekt mit einem Dreizylinder-Reihenmotor, zwei obenliegenden Nockenwellen, vier Ventilen pro Zylinder, Benzineinspritzung, Wasserkühlung und einem Sechsganggetriebe, basierend auf Ideen des englischen Konstrukteurs Ford-Dunn. Bei der Entwicklung des Motors, der eine Leistung von 80 PS bei 14.500 Umin erreichte und eine Drehzahlgrenze von 16.000 Umin hatte, kam es zu großen und zu diesem Zeitpunkt unlösbaren Problemen mit der Benzineinspritzung. Taglioni hielt die Einspritzung für eine Voraussetzung und stoppte das Projekt. Kein einziger Testmotor hat jemals das Werk verlassen. Erstmals wird bei Testfahrten auf einer 500er Grand-Prix Werksmaschine eine Einspritzanlage verwendet. Das Motorrad erweist sich als überlegen, die Benzineinspritzung wird jedoch von der FIM mit dem Argument verboten, es handle sich um eine Art Aufladung. Unter Dir. Spairanis Leitung startet erstmals ein Werksteam in der Daytona-Formel.
Beim ersten Daytona-Formel-Rennen in Europa auf der Rennstrecke von Imola treten 9 Werksteams von MV-Agusta, BSA, Trimuph, Norton, Laverda, Moto Guzzi, Honda, Kawasaki, Suzuki und BMW mit einem werksunterstützten Privatteam an. Für Ducati starten Bruno Spaggiari, Ermanno Giuliono und Alan Dunscombe mit einer 750-V2-Desmo-Werks-Ducati. Ducati sucht noch nach einem vierten Fahrer, doch keiner der Spitzenfahrer war von der Konkurrenzfähigkeit der Ducatis zu überzeugen. Zuletzt kontaktiert man noch Paul Smart in Kalifornien. Dieser war nicht zu Hause und man verhandelte mit seiner Frau Maggie Sheene (Schwester von Barry Sheene). Sie sagte in Vertretung von Paul zu, als er jedoch davon hörte, wollte er die Vereinbarung rückgängig machen. Smart entschloss sich dann aber doch, nach Europa zu kommen. Bei seiner Ankunft in Bologna glaubt er seinen Augen nicht zu trauen. Ducati hatte 10 Motorräder bereitgestellt und auf Anweisung von Dir. Spairani in einem LKW mit Glaswänden verladen (Zitat: "Die Kunden müssen diese Traummotorräder sehen können"). Beim Training zeigten sich die Ducatis schon deutlich überlegen und das Rennen beendet Paul Smart vor Bruno Spaggiari, beide auf Ducati 750 Sport. Der erste gro§e Sieg einer V2-Ducati war errungen. |
![]() Ducati 750 SS |
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